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Ist Ayahuasca sicher? Worauf wird bei den Tests wirklich geachtet?

vor 6 Stunden
6 Min. Lesezeit

Warmes, kerzenbeleuchtetes Ritual in einem Waldpavillon, bei dem eine kauernde Frau Opfergaben auf einer blumenbestreuten Matte arrangiert.

Ayahuasca ist nicht für jeden geeignet. Das ist keine übertriebene Behauptung und kein Grund, die Erfahrung abzulehnen. Es ist lediglich der Ausgangspunkt, um sie ernst zu nehmen. Der Screening-Prozess ist notwendig, da Ayahuasca das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem sowie die mentale und emotionale Verfassung beeinflussen kann. Es kann außerdem Wechselwirkungen mit Medikamenten geben und ist möglicherweise für Menschen mit bestimmten medizinischen oder psychiatrischen Vorerkrankungen ungeeignet.


Eine verantwortungsvolle Auszeit sollte nicht damit beginnen, zu fragen, wie sehr man die Erfahrung machen möchte. Sie sollte damit beginnen, zu fragen, ob die Erfahrung für einen selbst geeignet ist.


Wozu dient das Screening eigentlich?


Ein modernes, warm beleuchtetes Baumhaus in einem Wald bei Nacht, mit einer Feuerstelle und Kerzen, die zwischen den Bäumen leuchten.

Ein Screening ist kein Test der spirituellen Bereitschaft. Es dient nicht dazu, zu entscheiden, ob Sie ein guter Mensch sind, ob Ihre Absichten ernsthaft genug sind oder ob Sie es verdienen, teilzunehmen.


Es handelt sich um eine Risikobewertung.

Ziel ist es, Umstände zu erkennen, die die Einnahme von Ayahuasca riskant machen könnten, festzustellen, ob weitere Informationen oder ärztliche Beratung erforderlich sind, und zu klären, ob das Retreat in Ihrer Situation verantwortungsvoll handeln kann. Manchmal lautet die Antwort ja. Manchmal lautet sie noch nicht. Manchmal lautet sie nein.


Das ist Teil des Prozesses – kein Versagen desselben.


Ist Ayahuasca sicher? Ihre Krankengeschichte ist wichtig.


Im Rahmen des Screenings werden Sie nach Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und etwaigen Erkrankungen gefragt, die Ihre Sicherheit während einer Zeremonie beeinträchtigen könnten.

Je nach Ihren Umständen können dies Fragen zu folgenden Punkten umfassen:

  • Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder vorangegangene Herz-Kreislauf-Ereignisse

  • Krampfanfälle oder neurologische Erkrankungen

  • Leber- oder Nierenprobleme

  • Diabetes oder andere Erkrankungen, die ein sorgfältiges Management erfordern

  • Schwangerschaft oder Stillen

  • Kürzlich durchgeführte Operation oder schwere Erkrankung

  • Allergien und aktuelle körperliche Symptome

  • Frühere Reaktionen auf Arzneimittel oder psychoaktive Substanzen


Es geht nicht darum, Informationen um ihrer selbst willen zu sammeln. Vielmehr geht es darum, zu verstehen, ob Ihr Körper die körperlichen Anforderungen der Erfahrung sicher bewältigen kann. Wenn Sie sich bei einer Erkrankung unsicher sind, ob sie relevant ist, geben Sie sie dennoch an. Das Screening-Team kann dann entscheiden, was einer weiteren Prüfung bedarf.


Medikamente gehören zu den wichtigsten Fragen


Ayahuasca enthält Substanzen, die mit bestimmten Medikamenten interagieren können. Einige Kombinationen können ernsthafte Risiken bergen, insbesondere solche, die den Serotoninspiegel, den Blutdruck oder andere durch das Medikament beeinflusste Systeme betreffen.


Deshalb werden im Rahmen des Screenings die Namen Ihrer Medikamente abgefragt – und nicht nur, wofür sie im Allgemeinen verwendet werden.

Möglicherweise werden Sie gefragt zu Folgendem:

  • Antidepressiva, einschließlich SSRIs und SNRIs

  • MAO-Hemmer

  • Stimulanzien

  • Medikamente, die den Blutdruck oder den Herzrhythmus beeinflussen

  • Bestimmte Schmerzmittel

  • Andere verschreibungspflichtige, rezeptfreie oder Genussmittel


Dies ist keine vollständige Liste, und ein hier nicht erwähntes Medikament sollte nicht automatisch als sicher angesehen werden.


Setzen Sie Ihre Medikamente niemals ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ab, reduzieren oder verringern Sie die Dosis, um an einer Zeremonie teilzunehmen. Sollte eine Medikamentenumstellung angebracht sein, muss diese ärztlich überwacht und unter Berücksichtigung Ihrer gesundheitlichen Situation – und nicht unter Berücksichtigung des Termins einer Retreat – geplant werden.


Ein verantwortungsvoller Prüfprozess kann ergeben, dass für eine sichere Beurteilung eines Medikaments nicht genügend Zeit zur Verfügung steht. Das ist ein Grund zur Verschiebung, nicht aber ein Grund, ein Risiko einzugehen.


Psychiatrische Vorgeschichte ist kein Urteil.


Der psychiatrische Teil des Screenings mag sich persönlicher anfühlen, ist aber genauso wichtig.

Ayahuasca kann intensive emotionale, wahrnehmungsbezogene und psychische Erfahrungen hervorrufen. Für manche Menschen können diese Erfahrungen eher destabilisierend als hilfreich sein.


Im Rahmen des Screenings könnten Fragen gestellt werden zu:

  • Vorherige Psychose oder manische Episoden

  • Bipolare Störung, insbesondere eine Vorgeschichte von Manie

  • Schizophrenie oder andere psychotische Störungen

  • Schwere oder instabile psychiatrische Symptome

  • kürzlich erfolgter psychiatrischer Klinikaufenthalt

  • Aktuelle Suizidgedanken oder erhebliches Risiko der Selbstverletzung

  • Familiäre Vorbelastung mit bestimmten schweren psychiatrischen Erkrankungen

  • Frühere schwierige Reaktionen auf psychoaktive Substanzen


Diese Fragen dienen nicht dazu, jemanden zu stigmatisieren oder seine Erfahrung auf eine Diagnose zu reduzieren. Sie sollen Situationen aufzeigen, in denen die Risiken zu hoch sein könnten. Eine Vorgeschichte mit Angstzuständen, Depressionen, Traumata oder Therapie schließt eine Teilnahme nicht automatisch aus. Wichtig sind jedoch die Details: Wie stabil ist die Person, welche Behandlung erhält sie, welche Medikamente nimmt sie ein und gibt es ungelöste Risiken, die professionelle Hilfe erfordern?


Was kann jemanden ausschließen?


Es gibt keine allgemeingültige Liste, die für jedes Retreat oder jeden Therapeuten gleichermaßen gilt. Die Screening-Standards variieren, und manche Erkrankungen erfordern eine individuelle medizinische Untersuchung.

Bestimmte Umstände geben jedoch häufig Anlass zu ernsthaften Bedenken oder können bedeuten, dass eine Teilnahme unangebracht ist. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Unkontrollierter Bluthochdruck

  • Eine Vorgeschichte von Psychose oder Manie

  • Einige psychiatrische Medikamente

  • Bestimmte neurologische Erkrankungen

  • Schwangerschaft oder Stillen

  • Aktuelle schwere psychiatrische Instabilität

  • Eine kürzlich aufgetretene schwere Erkrankung oder ein Krankenhausaufenthalt

  • Kombination von Ayahuasca mit anderen Substanzen

  • Jede Situation, in der die Risiken nicht angemessen beurteilt werden können


Die Entscheidung über eine Eignungsprüfung sollte auf den tatsächlichen Umständen beruhen – nicht darauf, ob jemand bereit ist, eine Verzichtserklärung zu unterzeichnen. Ein Haftungsausschluss beseitigt keine Kontraindikation.


Warum ein „Nein“ die richtige Antwort sein kann


Es ist verständlich, enttäuscht zu sein, wenn einem mitgeteilt wird, dass eine Zeremonie nicht das Richtige für einen ist. Man hat vielleicht Zeit mit Recherche, Planung und Vorfreude verbracht. Ein verantwortungsvoller Zeremonienleiter sollte jedoch bereit sein, auch mal Nein zu sagen.


  • Ziel der Überprüfung ist nicht die Maximierung der Buchungen, sondern die Feststellung, ob eine Teilnahme mit einem akzeptablen Risiko verbunden ist.

  • Manchmal ist es richtig, abzuwarten. Manchmal ist es ratsam, weitere Informationen vom Arzt einzuholen. Manchmal ist eine andere Form der Erholung oder Unterstützung besser geeignet. Und manchmal sollte man überhaupt nicht teilnehmen.

  • Das mag schwer zu akzeptieren sein, ist aber respektvoller, als unverdiente Zusicherungen zu geben.


Was das Screening nicht leistet


Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, aber keine Garantie.


Es sagt nicht genau voraus, wie Sie reagieren werden. Es kann nicht jedes mögliche Risiko ausschließen und ist kein Ersatz für ärztliche Versorgung. Es bedeutet auch nicht, dass jemand medizinisch „freigegeben“ wurde, wie es beispielsweise bei einer Operation oder einem anderen medizinischen Eingriff der Fall sein könnte.


Die Untersuchung ist eine praxisorientierte Beurteilung auf Grundlage der zum Zeitpunkt der Untersuchung verfügbaren Informationen. Deshalb ist Ehrlichkeit so wichtig – und deshalb sollten Änderungen Ihres Gesundheitszustands oder Ihrer Medikamenteneinnahme vor der Zeremonie mitgeteilt werden.


Was Sie dem Screening-Team mitteilen sollten


Am sinnvollsten ist es, vollständig statt selektiv vorzugehen.

Informieren Sie das Team über Folgendes:

  • Alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen

  • Freizeitdrogen- oder Substanzkonsum

  • Relevante medizinische Diagnosen

  • Vorherige psychiatrische Behandlung oder Krankenhausaufenthalt

  • Signifikante psychiatrische Familienanamnese

  • Aktuelle Veränderungen Ihres Gesundheitszustands

  • Frühere schwierige Reaktionen auf psychoaktive Substanzen

  • Alles, was Ihrer Meinung nach die Teilnahme unsicher machen könnte


Sie müssen sich nicht in einer bestimmten Weise präsentieren. Sie müssen niemanden davon überzeugen, dass Sie bereit sind. Je genauer die Informationen sind, desto sinnvoller kann das Screening sein.

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Warum dies Respekt und nicht Ausgrenzung ist


Es besteht ein Unterschied zwischen der unbegründeten Zugangsbeschränkung und dem Stellen ernsthafter Fragen, bevor jemand an einer Erfahrung mit realen Risiken teilnimmt. Eine sorgfältige Überprüfung schützt nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch die Integrität der Zeremonie selbst. Sie hilft der/dem Durchführenden zu verstehen, wer anwesend ist, welche Unterstützung gegebenenfalls benötigt wird und ob der Rahmen für die Teilnehmenden geeignet ist.


Es ist auch ein Zeichen des Respekts vor der Medizin. Ayahuasca ernst zu nehmen bedeutet anzuerkennen, dass es nicht für jeden Körper, jede Medikation oder jede psychische Verfassung geeignet ist. Ziel ist es nicht, die Erfahrung unzugänglich zu machen, sondern eine informiertere Teilnahme zu ermöglichen.


Wie Lumina an das Screening herangeht


Tropisches, mehrstöckiges Gebäude mit Strohdach, eingebettet in üppig grüne Bäume, mit einem gewundenen Kiesweg und rosa Pflanzen davor.

Bei Lumina beginnt jede Ayahuasca-Reise mit einem kostenlosen Beratungsgespräch vor Buchung und Bezahlung. In diesem Gespräch werden Ihr Gesundheitszustand, Ihre Medikamente, Ihre psychiatrische Vorgeschichte, Ihre Absichten und Ihre Fragen besprochen. Sie haben die Möglichkeit zu klären, ob die Zeremonie für Sie geeignet ist und ob Sie weitere Informationen oder ärztliche Beratung benötigen.

Wenn die Antwort Nein lautet, wird Ihnen das ehrlich mitgeteilt.

Die Überprüfung ist auf die jeweilige Zeremonie zugeschnitten. Eine positive Bewertung für eine Zeremonie bedeutet nicht automatisch, dass auch eine andere Zeremonie geeignet ist.


Und falls sich nach Ihrem Beratungsgespräch etwas ändert – insbesondere Ihr Gesundheitszustand, Ihre Medikamente oder Ihre psychische Verfassung –, sollten Sie das Team vor Reiseantritt informieren.


Ein letztes Wort


Die wichtigste Frage ist nicht: „Schaffe ich das Screening?“

Es geht um die Frage: „Ist das für mich im Moment eine verantwortungsvolle Entscheidung?“


Eine bedeutsame Erfahrung wird nicht bedeutsamer, indem man Risiken ignoriert. Manchmal bedeutet Vorbereitung, voranzugehen. Manchmal bedeutet sie, abzuwarten. Manchmal bedeutet sie, sich für etwas anderes zu entscheiden.


Alle drei Entscheidungen können gültig sein.


Dieser Artikel dient lediglich der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht die Untersuchung durch Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Setzen Sie Ihre Medikamente nicht ohne ärztliche Anweisung ab oder ändern Sie die Medikamenteneinnahme.

 
 
 

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